Teil 3: vom Lokalgewerbeverein Nidda

Was wäre ein Verein ohne seine Mitglieder. Insgesamt waren im Gründungsjahr 1875 insgesamt 102 Mitglieder gelistet.

Über die Zusammensetzung des 1. Vorstandes des Localgewerbevereins wird nichts berichtet, da von der konstituierende Sitzung kein Protokoll vorliegt. Aus Bekanntmachungen des Niddaer Anzeiger ist zu ersehen, dass Wilhelm Erk, Müller, den Vorsitz übernahm. Sein Stellvertreter Carl Ringshausen, Bildhauer, der Schriftführer Friedrich Rappold, Drechsler, und der Vereinsrechner August Reuning, Rechner, war.

Der Jahresbeitrag betrug 4 Mark. Abgerechnet wurde Quartalsweise mit 1 Mark.

Die erwähnten Gründungsmitglieder gehörten den unterschiedlichsten Berufen an. 14 Gewerbetreibende und Handwerker kamen außerhalb der heutigen Großgemeinde, so z.B. Gettenau, Echzell, Trais-Horloff, Inheiden und Utphe. Da diese letzten genannten Orte u.a. zum Kreis Nidda bis 1874 gehörten, war die Zugehörigkeit zu Nidda gegeben. An Einnahmen waren aus Beiträgen 404 Mark, 31 Mark Schulgelder, Sparkasse 120 Mark und er Stadt Nidda mit 90 Mark zu verzeichnen. Die erste Ausgabe war im März 1875 ein Tafelschwamm und ein Waschschüssel für 2 Mark. Größte Ausgabe war später der Bau der schon erwähnten Gewerbeschule. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten verlief das Vereinsleben normal. Am 15.6.1934 wurde der Ortsgewerbeverein formal und am 30.7.1938 offiziell im Vereinsregister des Amtsgerichtes Nidda aufgelöst. Per Gesetz musste die Stadt Nidda die Gewerbeschule erwerben und dafür 32.263,68 RM bezahlen.

Am 25.11.1955 wurde der Verein neu gegründet und nennt sich fortan “Gewerbeverein Nidda e.V.”. Die Tradition sollte fortgeführt werden, allerdings hatte sich die Zielsetzung geändert, die sich bis heute fortsetzt und weiterentwickelt.

Fortsetzung folgt …

 

Quellen: Archiv Heimatmuseum Nidda zusammengestellt von Martin Röhling